Das bedeutet, dass die Zahl der Suizidtoten in Deutschland ungefähr dreimal so hoch ist wie die der Verkehrstoten. Gleichzeitig schätzen Experten, dass auf einen Suizid statistisch gesehen 10 – 20 Suizidversuche kommen. Suizidalität ist daher ein Themenfeld, das eine deutlich größere Beachtung verdient. Auf unserer Themenseite finden Sie Informationen zu Hintergründen, Handlungsmöglichkeiten und Hilfsangeboten.
Die DGS ist eine interdisziplinäre Fachgesellschaft, in der sich verschiedenste Organisationen und Personen mit dem Ziel der Stärkung der Suizidprävention in Deutschland zusammengeschlossen haben. Ziel und Aufgabe der DGS ist die Förderung praktischer und wissenschaftlicher Arbeit, um Suizidalität zu verstehen, Konzepte adäquater Hilfen zu erarbeiten und Suizide zu verhindern. Mitglied werden kann jede interessierte Person und Organisation.
In Deutschland existiert eine Vielzahl an Angeboten für Menschen in Lebenskrisen und mit Suizidgedanken. Diese reichen von psychiatrischen Angeboten über Beratungsstellen bis hin zu telefonischen oder Onlineberatungen. Auch für Angehörige oder Hinterbliebene gibt es spezielle Angebote. Auf unserer Seite finden Sie eine umfangreiche Liste von möglichen Hilfen.
Mit dem Abschlussbericht „Suizidprävention Deutschland – Aktueller Stand und Perspektiven“ endet das dreijährige vom Bundesgesundheitsministerium geförderte gleichnamige Projekt, das federführend vom Nationalen Suizidpräventionsprogramm und der Deutschen Akademie für Suizidprävention durchgeführt wurde. Den Bericht finden Sie hier zum Download. Ausführlich wird für verschiedene Felder der Suizidprävention aufgezeigt, welches der aktuelle Stand ist und was getan werden muss. Zentrale Forderung des Berichts ist der Aufbau einer bundesweiten Informations- und Koordinationsstelle Suizidprävention, die u.a. durchgehend für Betroffene erreichbar ist.
Ein Austausch von Forschenden auf dem Gebiet der Suizidologie ist im deutschsprachigen Raum bislang überwiegend durch zufällige, persönliche Kontakte begrenzt; Arbeitsgruppen, Ehrenämtler und Vereinsaktivitäten haben abseits von Fachtagungen für eine Minderzahl der Beteiligten keine gemeinsame Plattform, um voneinander zu erfahren, in einen Diskurs zu treten und zu lernen. Es existiert keine zentrale Koordinierungsstelle bzw. Datenbank für eine Übersicht bzw. Abfragemöglichkeit suizidbezogener Forschungsarbeiten. Dies erschwert ein Vorankommen und Wissenszuwachs auf diesem Gebiet.
Die Gulinsky Stiftung unterstützt das hier vorgestellte Vorhaben zum Aufbau einer Datenbank, die möglichst alle suizidbezogenen Forschungsarbeiten in Deutschland, Österreich und der Schweiz erfassen und im Sinne eines Angebots auf Nachfrage für neu geplante Arbeiten zur Verfügung stellen soll.
Lesen Sie weiter …Das Bundesverfassungsgericht im Februar 2020 den §217 StGB (Verbot des geschäftsmäßigen assistierten Suizids) für verfassungswidrig erklärt und den Gesetzgeber zu einer Neuregelung aufgefordert. Die DGS äußert sich nun in einem Positionspapier zur aktuell laufenden Debatte und stellt klar, dass nicht nur einseitig (wie vom BVerfG gefordert) der Weg zur Suizidassistenz bzw. zu Suizidmitteln „real eröffnet“ werden muss. Vielmehr bedarf es ergänzend einer umfassenden Stärkung der Suizidprävention, so dass Menschen mit einem Suizidwunsch sowohl Hilfe zum Sterben als auch Hilfe zum Leben in gleichem Maße zur Verfügung stehen.
Lesen Sie weiter …Das Statistische Bundesamt hat die aktuellsten Suizidzahlen veröffentlicht. Demnach sind 2019 in
Deutschland 9.041 Menschen durch Suizid verstorben. Die Suizidrate (Suizide/100.000 Einwohner) sank mit
10,9 auf ihren niedrigsten Stand. Damit liegt im vierten Jahr in Folge die Zahl der durch Suizid Verstorbenen
unter 10.000 und hat sich seit dem höchsten Stand der Suizidzahlen im Jahr 1980 (18.451) mehr als halbiert. Dennoch ist die Zahl der Suizide weiterhin mehr als doppelt so hoch wie die der Verkehrstoten.
Am 11. Dezember 2020 veröffentlichte der Österreichische Verfassungsgerichtshof sein Urteil über mehrere Anträge, die zum Ziel hatten, den § 77 StGB („Tötung auf Verlangen“, also aktive Sterbe- bzw. Suizidhilfe) sowie den § 78 StGB („Mitwirkung am Selbstmord“) aufzuheben. Hier finden Sie die Stellungnahme der Österreichischen Gesellschaft für Suizidprävention (ÖGS).
Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat am 26. Februar 2020 das Urteil zum §217 StGB „Geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung“ verkündet. Das Nationale Suizidpräventionsprogramm, die Deutsche Akademie für Suizidprävention sowie die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention haben eine gemeinsame Stellungnahme veröffentlicht. Die Stellungnahme von NaSPro, DGS und DASP finden Sie hier.
Lesen Sie weiter …Suizidprävention ist möglich.
Unterstützen Sie uns dabei, die Zahl der Selbsttötungen in Deutschland weiter zu verringern.
Die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention (DGS) ist seit 1972 die übergreifende Fachgesellschaft für alle Einrichtungen und Personen, die sich in Forschung, Lehre oder Praxis mit Suizidprävention als Hilfe in Lebenskrisen befassen.
Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention - Hilfe in Lebenskrisen e.V.
Geschäftsstelle
Stromberger Straße 2
55545 Bad Kreuznach
E-Mail: dgs.gf(at)suizidprophylaxe.de
www.suizidprophylaxe.de