International – Asien: Warum sind die Suizidzahlen in Südkorea so hoch? Das Bild zeigt eine unglückliche, junge Asiatin.

International – Asien: Warum sind die Suizidzahlen in Südkorea so hoch?

Südkorea: Wohlstand, Fortschritt und eine hohe Suizidrate

Südkorea ist weltweit bekannt für K-Pop, Serien, Technologie und wirtschaftlichen Erfolg. Doch hinter diesem modernen Bild steht eine unbequeme Frage: Warum hat ein so wohlhabendes Land dennoch so hohe Suizidzahlen? Um die Zahlen zu verstehen, muss man auf das schauen, was oft weniger sichtbar ist.

Viele Faktoren

In Südkorea treffen viele verstärkende Faktoren aufeinander:

  • hoher Leistungsdruck schon in der Schule
  • starker Konkurrenzdruck im Bildungssystem
  • lange Arbeitszeiten und hohe Erwartungen im Beruf
  • wenig Raum für Schwäche oder Scheitern

Was oft weniger sichtbar ist

Neben Leistungsdruck spielen auch soziale Faktoren eine Rolle:

  • Einsamkeit und soziale Isolation
  • Altersarmut und ungleich verteilter Wohlstand
  • Druck, der Familie nicht zur Last zu fallen
  • Stigma rund um psychische Erkrankungen
  • starke Schönheitsideale

Die Kombination

Wie überall lassen sich auch in Südkorea hohe Suizidzahlen nicht auf einem einzigen Grund zurückführen. Dort treffen viele belastende Faktoren aufeinander. Keiner dieser Faktoren führt automatisch zu Suizid, aber wenn Druck, Einsamkeit, Armut, Stigma und fehlende Hilfe zusammenkommen, kann das einen Einfluss auf das Risiko haben.

Auf den ersten Blick mag Südkorea wie ein Ideal aussehen. Doch es zeigt, wie stark viele vorherrschende Überzeugungen Menschen psychisch belasten können, wodurch Suizid für Betroffene schlussendlich wie der einzige Ausweg erscheinen kann.

Bei knapp 51,6 Mio. Einwohnenden sind im Jahr 2024 über 15.000 Menschen durch Suizid in Südkorea gestorben.

Brauchen Sie Hilfe?
Hinweise zur Unterstützung finden Sie hier auf unserer Website.

Beitragsbild: Adobe Stock
Quelle: Statistisches Bundesamt (Statista) (2025).
Number of deaths by suicide in South Korea from 2000 to 2024