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Newsblog der DGS – Aktuelles aus der Welt der Suizidprävention

Die Suizidprävention ist ein vielseitiges und lebendiges Themenfeld, das sich kontinuierlich weiterentwickelt. Mit dem Newsblog stellt die DGS ein zentrales Sprachrohr für Aktuelles, Hintergründe und Impulse aus der Welt der Suizidprävention bereit – regelmäßig aktualisiert und klar strukturiert.

Hier finden Sie Veranstaltungshinweise sowie Beiträge der DGS und unserer Netzwerkpartner zu gesellschaftlichen, wissenschaftlichen, politischen oder kulturellen Themen – stets mit eindeutigem Bezug zur Suizidologie und Suizidprävention. Ziel ist es, Informationen sichtbar zu machen, Wissen zu teilen und so den fachlichen wie auch den gesellschaftlichen Austausch zu fördern.

Die integrierte Filterfunktion ermöglicht eine gezielte Suche. Über die Kategorienauswahl lassen sich unterschiedliche Interessensgebiete direkt ansteuern, während der Filter „Netzwerkakteure“ speziell Beiträge der DGS oder unserer Kooperationspartner anzeigt. So bleibt der Newsblog für Fachpublikum, Medienschaffende und interessierte Öffentlichkeit eine zentrale und verlässliche Informationsquelle.

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Netzwerkakteure

Die Ittinger Erklärung 2025 – ein Plädoyer für eine lebensfreundliche Kultur der Sorge 

„In vielen europäischen und angloamerikanischen Ländern sind assistierter Suizid und teilweise auch Tötung auf Verlangen legalisiert worden oder werden toleriert. Wir erleben eine besorgniserregende Zunahme und Ausbreitung von Angeboten zum assistierten Suizid. […]“

Mit diesen Worten eröffnet die Ittinger Erklärung ihre Botschaft. Sie ist das Ergebnis des dritten Workshops zum Thema „Selbstbestimmung und Autonomie – ein Widerspruch?“ und knüpft an die Schloss-Hofener Thesen (2023) sowie die Münchner Erklärung (2024) an. Organisiert wurde der Workshop vom D-A-CH-Forum „Suizidprävention und assistierter Suizid“, einem Zusammenschluss von Expert*innen aus Deutschland (D), Österreich (A) und der Schweiz (CH). Die Mitglieder des Forums arbeiten in Forschung und Praxis in den Bereichen Suizidprävention, Suizidologie, Hospizarbeit, Psychiatrie und weiteren gesellschaftlichen Handlungsfeldern.


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Rückblick auf die 53. Herbsttagung der DGS in Bayreuth

„Suizidologie im Spiegel der Zeit“ – DGS-Herbsttagung blickt auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Suizidprävention

Am Nachmittag des 11. Oktober 2025 schloss Prof. Dr. Ute Lewitzka offiziell die 53. Herbsttagung der DGS. Zwei intensive und inhaltsreiche Tage lagen hinter den zahlreichen Teilnehmenden, die sich an diesen Tagen im Bezirkskrankenhaus Bayreuth zusammenfanden, um sich fortzubilden, auszutauschen und zu vernetzen.

Nach 1999 fand die Herbsttagung zum zweiten Mal in Bayreuth statt – dieses Mal unter dem Titel „Suizidologie im Spiegel der Zeit“. Das Team um Prof. Dr. Thomas Kallert, stellte hierfür ein vielseitiges Programm zusammen, das einen weiten thematischen Bogen spannte: Es setzte setting-spezifische Schwerpunkte, widmete sich Fragen der Psychiatrieberichterstattung und aktuellen Risikofaktoren für suizidales Verhalten und griff zugleich historische, ethische und gesellschaftliche Perspektiven auf. Suizidprävention wurde im Licht aktueller Forschungsergebnisse sowie unter Berücksichtigung ihrer Grenzen und zukünftigen Herausforderungen beleuchtet.

Neben Vorträgen und Workshops bereicherten Podiumsdiskussionen und ein Videogrußwort von Judith Gerlach, Bayerische Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention, den fachlichen Austausch. Forschende, Betroffene, Angehörige, Praktiker*innen sowie Vertreter*innen aus Politik und Gesellschaft brachten ihre Perspektiven ein und machten die Herbsttagung zu einem lebendigen Beispiel der interdisziplinären und vernetzten Arbeit der deutschsprachigen Suizidprävention und der DGS.

Für die hervorragende Organisation, die herzliche Gastfreundschaft und die rundum gelungene Durchführung danken wir dem Bezirkskrankenhaus Bayreuth und insbesondere Prof. Dr. Thomas Kallert und seinem Team sehr herzlich.


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Anstieg der Suizide in Deutschland – Zunahme vor allem bei Frauen 

Im Jahr 2024 nahmen sich in Deutschland 10.372 Menschen das Leben – 0,7 Prozent mehr als im Vorjahr und 7,1 Prozent mehr als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre. 71,5 Prozent der Verstorbenen waren Männer, 28,5 Prozent Frauen. Auffällig ist, dass der Anstieg vor allem auf eine Zunahme bei Frauen zurückzuführen ist (+4,7 Prozent), während die Zahl bei Männern leicht sank (–0,9 Prozent).

„Suizidprävention bleibt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, betont Prof. Dr. Ute Lewitzka, Vorsitzende der DGS. „Wir müssen alle Bevölkerungsgruppen im Blick behalten und Angebote so gestalten, dass sie unterschiedliche Lebenslagen berücksichtigen.“

Suizide machten 2024 rund ein Prozent aller Todesursachen in Deutschland aus.

Das Bild zeigt Publikum einer DGS-Tagung.

53. Herbsttagung der DGS – „Suizidologie im Spiegel der Zeit“

Die 53. Herbsttagung der DGS steht unter dem Motto „Suizidologie im Spiegel der Zeit“ und bietet an zwei Tagen ein vielfältiges Programm aus Vorträgen, Diskussionsrunden und Workshops.

Themenschwerpunkte

Die Tagung widmet sich unter anderem folgenden Themenbereichen:

  • Setting-spezifische Schwerpunkte 
  • Psychiatrieberichterstattung & Suizid 
  • Aktuelle Risikofaktoren & Forschung 
  • Historische Perspektive & reflektierende Diskussion 

Veranstaltungsdaten

  • Termin: 10.–11. Oktober 2025 
  • Ort: Bezirkskrankenhaus Bayreuth, GeBO Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken 
  • Anmeldung: bis 25. September 2025 per E-Mail oder Post (Anmeldeformular im Tagungsflyer) 

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Öffentliches Symposium zum Welttag der Suizidprävention in Frankfurt – „Forschung, Erfahrung, Engagement – Suizidprävention gemeinsam denken“  

Anlässlich des Welttages der Suizidprävention und der Einrichtung der ersten deutschen Professur für Suizidologie und Suizidprävention an der Universitätsmedizin Frankfurt am Main lädt die Arbeitsgruppe „Suizidforschung und Suizidprävention“ zu einem besonderen zweitägigen Symposium ein.

Das Programm spannt einen Bogen von wissenschaftlichen Erkenntnissen über praktische Präventionsstrategien bis hin zu künstlerischen und historischen Perspektiven. Themenblöcke wie „Prävention im Spiegel der Darstellung: Medien und Kunst im Umgang mit Suizid“, „Vergangenheit trifft Zukunft: Suizidforschung zwischen Geschichte und Digitalisierung“, „Risikoerfassung und Intervention in verschiedenen Settings“, „Suizidprävention und Suizidassistenz“ sowie „Sucht, Psychose, Depression und Suizidalität: Wissenschaftliche Erkenntnisse und Versorgungsstrategien“ bieten vielfältige Einblicke.


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Ehrenamtliche Arbeit in der DGS.

Suizidprävention in der politischen Warteschleife: Dringender Handlungsbedarf bleibt bestehen

Noch immer fehlt in Deutschland eine verbindliche gesetzliche Grundlage zum Schutz gefährdeter Menschen. Deshalb muss möglichst bald ein umfassendes Suizidpräventionsgesetz verabschiedet werden. Darauf drängte zuletzt mit überwältigender Mehrheit abermals der 129. Deutsche Ärztetag. Beratung, Aufklärung, niedrigschwellige Hilfsangebote und die Förderung psychosozialer Unterstützungsstrukturen müssten bundesweit gewährleistet und finanziell absichert werden. Die DGS hat den Beschluss ausdrücklich begrüßt.

Aus Sicht der DGS ist klar, dass dies zeitlich vor oder zumindest gleichzeitig zu einer neuen Gesetzesinitiative zur Suizidhilfe geschehen muss. Nach der gescheiterten gesetzlichen Neuregelung der Suizidhilfe vor zwei Jahren arbeiten fraktionsübergreifend Abgeordnete an einer neuen Gesetzesinitiative.


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„Worte hinterlassen Spuren“ – Warum wir von “Suizid” statt von “Selbstmord” sprechen. 

Sprache ist nicht neutral.

Sie beeinflusst, wie wir über Themen denken, fühlen und miteinander sprechen – auch und gerade im Umgang mit seelischer Not und Suizidalität. Deshalb ist es wichtig, die Begriffe, die wir verwenden, bewusst zu wählen.

Ein prägnantes Beispiel für die Bedeutung sensibler Sprache ist der Begriff „Selbstmord“, der über viele Jahre hinweg ganz selbstverständlich verwendet wurde – und auch heute noch in Medien und Alltagssprache verbreitet ist. Auch die DGS trug von 1972 bis 1988 den Namen „Deutsche Gesellschaft für Selbstmordverhütung“. Aus heutiger Sicht ist dieser Begriff jedoch problematisch: Das Wort „Mord“ bezeichnet eine strafbare, vorsätzliche Tötung – und überträgt damit eine moralisch und juristisch aufgeladene Bewertung auf das suizidale Geschehen. Im Zusammenhang mit seelischer Not und psychischen Erkrankungen ist eine solche Zuschreibung unpassend und kann zusätzlich stigmatisierend wirken.


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Der Werther-Effekt: Worte mit Konsequenzen – Kann eine Geschichte wirklich Leben gefährden? 

Ja – eine Geschichte kann Leben gefährden. Der sogenannte Werther-Effekt beschreibt den Anstieg von Suiziden infolge medialer Berichterstattung über Suizidfälle, insbesondere wenn diese detailliert, dramatisierend oder unreflektiert dargestellt werden.

Vor allem bei gefährdeten Personen kann eine unsensible Berichterstattung Nachahmungsverhalten auslösen. Umso wichtiger ist ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Thema in Medien und Öffentlichkeit.

Ursprung des Begriffs

Der Werther-Effekt geht auf den Roman Die Leiden des jungen Werthers (1774) von Johann Wolfgang von Goethe zurück. Darin nimmt sich die Hauptfigur Werther aus Liebeskummer das Leben. Nach Erscheinen des Buches kam es laut zeitgenössischen Berichten zu einer Welle von Nachahmungssuiziden, vor allem bei jungen Männern, die sich an Kleidung und Methode an der literarischen Figur orientierten.


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Der Papageno-Effekt: Die Macht der Worte – Kann eine Geschichte wirklich Leben retten? 

Ja – eine Geschichte kann Leben retten. Der sogenannte Papageno-Effekt beschreibt, wie positive Erzählungen über die Bewältigung von Krisen Menschen in seelischer Not stärken und dazu beitragen können, Suizidgedanken zu verringern. 

Geschichten von Hoffnung und Überwindung können das Vertrauen in Hilfe stärken, den Blick auf mögliche Lösungen lenken und das Gefühl vermitteln, nicht allein zu sein. 

Ursprung des Begriffs 

Benannt ist der Effekt nach der Figur Papageno aus Mozarts Oper Die Zauberflöte. Papageno, ein lebensfroher Vogelmensch, gerät in eine tiefe Krise und spielt mit dem Gedanken, sich das Leben zu nehmen. Doch bevor es so weit kommt, greifen die „drei Knaben“ ein, erinnern ihn an Hoffnung, Möglichkeiten und das Leben selbst – und Papageno entscheidet sich, weiterzuleben. 

Diese Szene zeigt, wie kraftvoll unterstützende Worte und zwischenmenschliche Zuwendung sein können.


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Infobroschüre zum Thema "Hotspots" des Werner Felber Institut.

Medientipps der DGS

Hotspots – Wo passieren Suizide und wie können wir sie verhindern?

In den vergangenen Monaten hat das Werner-Felber-Institut e.V. intensiv am ersten Hotspotregister für Sachsen gearbeitet – ein Projekt mit großer Relevanz für die Suizidprävention. Über 7.600 Datensätze zu Suiziden und Suizidversuchen wurden ausgewertet, um herauszufinden, wo sich suizidale Handlungen häufen – und wie gezielt präventiv eingegriffen werden kann.

Zentrale Erkenntnisse: 

  • Öffentliche Orte wie Brücken, Bahnstrecken oder Hochhäuser sind besonders häufig betroffen – und daher zentrale Anknüpfungspunkte für Prävention. 
  • Methodenrestriktion – also der erschwerte Zugang zu bestimmten Orten oder Mitteln – zählt zu den wirksamsten suizidpräventiven Maßnahmen. 
  • Ein Echtzeitmonitoring kann regionale Häufungen frühzeitig sichtbar machen und gezieltes Handeln ermöglichen. 

Die Ergebnisse und Empfehlungen wurden in einer Broschüre aufbereitet – für Fachpraxis, Politik und alle, die Suizidprävention aktiv unterstützen möchten. 

Zur Broschüre: www.felberinstitut.de 


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