Suizidalität ist ein sensibles und gesellschaftlich bedeutsames Thema, das auch Fachkräfte vor große Herausforderungen stellt. Eine mögliche Interventionsmethode sind sogenannte Anti-Suizid-Verträge, die von unserem Kollegen Max Hessel kritisch betrachtet werden.
Diese Facharbeit beschäftigt sich mit dem historischen Hintergrund, den wissenschaftlichen Erkenntnissen und Kontroversen sowie den therapeutischen Implikationen und der aktuellen Versorgungspraxis. Sie bewertet auch die Bedeutung für den professionellen Umgang mit suizidgefährdeten Menschen.
Was genau sind Anti-Suizid-Verträge (Non-Suicide Contracts)?
Anti-Suizid-Verträge wurden in den 1970er Jahren eingeführt. Sie sollten die therapeutische Beziehung stärken, Gespräche über Suizidalität erleichtern und Sicherheit vermitteln.
Ihre Anwendung beruhte jedoch vor allem auf klinischer Erfahrung, nicht auf wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweisen.
Bis heute gibt es keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Anti-Suizid-Verträge Suizide wirklich verhindern: sie können sogar trügerische Sicherheit vermitteln. Suizidalität ist dynamisch. Deshalb sind eine kontinuierliche Risikoeinschätzung und eine tragfähige Beziehung unverzichtbar.
Heute weiß man:
Eine vertrauensvolle und professionelle Beziehung ist der wichtigste Schutzfaktor.
Diese schafft Sicherheit, nicht ein Vertrag. Zusammen mit offenen Gesprächen und gemeinsamer Krisenplanung bilden sie den Kern moderner Suizidprävention.
Weitere Informationen zum Thema und Hilfsangebote für Betroffene, Angehörige und Hinterbliebene gibt es hier auf unserer Website.
Die komplette Facharbeit von Max Hessel steht für Sie zum Download zur Verfügung.
