Das Bild zeigt einen nachdenklichen jungen Mann, der alleine in seiner Wohnung sitzt.

Mythos vs. Fakt: Wenn er sterben will, kann man eh nichts machen

Im heutigen Blogbeitrag geht es um die Annahme, dass Menschen in suizidalen Krisen in ihrer Entscheidung gefasst wirken und dadurch der Eindruck entsteht, dass Hilfsangebote und mögliche Lösungswege sie nicht mehr erreichen. Doch wie zutreffend ist dieser Eindruck – und was spricht dafür, diesen „Mythos der Abgeklärtheit“ kritisch zu hinterfragen?

Mythos

Menschen, die Suizidgedanken äußern, wirken auf Angehörige und Freunde oft abgeklärt. Sie äußern eine tiefe Hoffnungslosigkeit und Hilfsangebote können abgelehnt werden. Dadurch entsteht manchmal der Eindruck, dass die Person gar nicht mehr bereit dazu ist, einen Ausweg zu suchen oder Hilfe anzunehmen. Manchmal zieht sich das Umfeld sogar zurück, um ja nichts falsch zu machen.

Fakt

Suizidgedanken und besonders der Entschluss sich das Leben nehmen zu wollen, stehen meist am Ende eines langen Prozesses des Überlegens. Betroffene haben oft bereits im Stillen einen erheblichen Leidens- und Abwägungsprozess hinter sich. Gerade die damit einhergehende Isolation kann zu einem Tunnelblick führen, in dem Suizid als einzige Option gesehen wird. Manchmal fehlt auch einfach die Kraft für die Umsetzung.

Suizidgedanken sind sowohl für die Betroffenen als auch für das Umfeld eine schwierige Situation. Gerade Betroffene fühlen sich durch die Gedanken isoliert und wie unter eine Glasglocke. Das erschwert den Kontakt zur Außenwelt und kann überfordern. Mit Betroffenen geduldig sein, im Gespräch bleiben und Verständnis zeigen sind daher wichtige Eckpfeiler, um in Kontakt zu bleiben.