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Hans Rost Curriculum Vitae |
25.6.1877
– 18.04.1970

Hans Rost, der zum Namensgeber des Preises
der DGS für herausragende wissenschaftliche oder praktische Leistungen auf dem
Felde der Suizidprävention Erwählte, ist allgemein bekannt geworden als Begründer
einer Sammlung und Beschreibung von Suizidliteratur, die Wissenschaftlern auf
der ganzen Welt als Basis für ihre Tätigkeit diente und dient. In seinem „Archiv
für Erforschung und Bekämpfung des Selbstmords“ wollte er eine
Weltzentrale gesammelter und kommentierter Literatur zu diesem Thema wachsen
lassen, dessen Band I Heft 1 1932 noch erschien, dann unter der faschistischen
Diktatur jedoch nicht fortgesetzt werden konnte.
Hans
Rost, 1877 in Bamberg geboren und behütet aufgewachsen, studierter Germanist
und Staatswissenschaftler, arbeitete ein Leben lang als Journalist und
widmete sich vielen sozialen Themen mit persönlicher Verantwortung. Er
engagierte sich öffentlich gegen Wohnungsnot, Duelle, studentische
Mensuren und für uneheliche Mütter, kinderreiche Familien, caritative
Initiativen. Als streitbarer Christ katholischen Glaubens veröffentlichte er
1932 die Schrift „Christus – nicht Hitler“, die ihm 1933 einige Wochen
sogen. Schutzhaft einbrachte.
Die
Suizidthematik hatte er durch seine Doktorarbeit für sich entdeckt. Er
widmete sich praktischen Problemen der Suizidprophylaxe und wissenschaftlichen,
vor allem statistischen Themen zum Suizid; von ca. 45 von ihm verfassten Büchern
sind allein 4 dem Suizid gewidmet, 12 weitere Schriften befassen sich i.w.S. mit
dem Thema.
Dabei
hatte er als Journalist die Auswirkungen des Werther-Effektes klar
erkannt, weshalb er sich – leider vergeblich – gegen die Veröffentlichung
von Suiziden und ihrer näheren Umstände einsetzte. Sein Sohn, Adalbert Rost,
berichtet in dem Artikel „Vita, Interessen und Aktivitäten von Hans Rost“
(Suizidprophylaxe 1988, Heft 4), Zitat S. 276:
„So
erlebten wir, es war wohl im Jahre 1931, in unserer nächsten Nähe, daß sich
ein Selbstmörder beim sog. `Birkenwäldchen´ auf die Schienen legte und dies
am nächsten Tag in der Zeitung stand. Das `Birkenwäldchen´ wurde durch die
wiederholten Berichte in der Presse zu einer allgemein bekannten Gelegenheit für
Suizid. So haben sich damals innerhalb von etwa 3 Monaten an dieser Stelle 24
Menschen getötet, was uns als eindeutiger Beweis für die negative Wirkung
derartiger Presseberichte erschien.“
Seit
etwa 1910 sammelte er massenweise Schriften über den Suizid, vom Altertum bis
zur Neuzeit, von kulturellen bis zu medizinischen Themen, von den Ursachen bis
zu Auswirkungen in der Kunst und anderswo. Diese bis auf 5000 Titel angesammelte
„Bibliographie des Selbstmordes“ (1927, 1930) ist berühmt geworden
und geblieben. Sie ist Symbol für Engagement, Fleiß und Erfolg, welche so auch
für den Hans-Rost-Preis stehen. Er verstarb im biblischen Alter von fast 93
Jahren 1970, 2 Jahre vor der Gründung unserer DGS, und wurde in Westheim
bei Augsburg begraben. Mit dem Hans-Rost-Preis wollen wir sein
humanistisches Vermächtnis in Ehren halten.
Weitere
interessante Einblicke in sein engagiertes Leben erhalten Sie hier.
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